Bröckeln*
Das Pökeln (die Haltbarmachung von Fleisch oder Fisch durch das Einlegen in Salz) müsste eigentlich "Bröckeln" heißen. Angeblich wurde es im 14. Jahrhundert vom flandrischen Fischer Wilhelm Bröckel erfunden, der damit seinen Fang konservierte. Der Name schliff sich erst im Laufe der Jahrhunderte zum heute gängigen "Pökeln" ab.

Formale Essenszeiten*
Englische Bedienstete des 19. Jahrhunderts sollten Mahlzeiten nach den folgenden Regeln servieren:

Angekündigte Zeit Tatsächliche Zeit
6 Uhr 7:00 Uhr
Genau um 6 Uhr 6:30 Uhr
Nicht später als 6 Uhr 6:00 Uhr

Brotwasser*
Brotwasser ist ein einfaches und darum vorzügliches Krankengetränk, das durch die französischen Militärärzte der napoleonischen Zeit in ganz Europa eingebürgert wurde. Eine Scheibe gerösteten Brotes wird einfach mit kochendem Wasser abgebrüht und der Trank anschließend mit Zucker gesüßt oder mit einem Fruchtsaft gewürzt. Absolut notwendig ist das Kranksein nicht, um diesem Getränk Geschmack abzugewinnen.

Kulinarische Erfinder & Erfindungen*

Nahrungsmittel erfunden von Jahr
Lösliches Kakaopulver Conrad Johannes van Houten 1828
Walzengetrocknetes Milchpulver John A. Just 1855
Kondensmilch Gail Borden 1856
Fleischextrakt/Brühwürfel Justus von Liebig 1862
Margarine Hippolyte Mège-Mouriés 1869
Vanillin Wilhelm Haarmann 1874
Milchschokolade Daniel Peter, Henri Nestlé 1876
Cornflakes John Harvey Kellog 1876
Schmelzschokolade Rodolphe Lindt 1879
Saccharin Constantin Fahlberg 1879
Trockensuppen Julius Maggi, Carl Knorr 1886
Coca-Cola John Pemberton 1886
Backpulver August Oetker 1891
Gehärtetes Pflanzenfett Wilhelm Normann 1902
Mononatriumglutamat Kikunae Ikeda 1908

Smarties-Farben*
H.I. Rowntree & Co. brachten 1937 ihre Chocolate Beans auf den Markt, die im folgenden Jahr in Smaries umbenannt wurden. Seitdem sind die bunten Schokolinsen in neun verschiedenen Farben hergestellt wurden:
rot - gelb - orange - grün - lila - rosa - hellbraun - braun - blau
Am beliebtesten sind die orangefarbenen Smarties. Vor 1958 waren die dunkelbraunen Smarties mit Kaffee-Schokolade gefüllt, hellbraune Smarties dagegen mit Vollmilchschokolade. Braun ist die unbeliebteste Farbe. Hellbraune Smarties wurden 1989 durch blaue ersetzt.

Kasseler & Casseler*
Fälschlicherweise wird oft angenommen, der Kasseler Braten stamme aus dem nordhessischen Kassel. In Wahrheit handelt es sich um ein Berliner Gericht, das seinen Namen einem Metzgermeister namens Cassel verdankt. Dieser kam um 1900 in seiner Fleischerei in der Potsdamer Str. 15 erstmals auf den abenteuerlichen Gedanken, Schweinefleisch erst zu pökeln und dann zu räuchern.

Tatar*
Tatar (auch Tartar oder Schabefleisch) bezeichnet Rinderhack, das mit Eigelb, Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen (oft auch Kapern oder Sardellen) vermischt und roh gegessen wird. Ob das Tatar tatsächlich auf das mongolische Reitervolk der Tataren zurückgeht, ist jedoch höchst fragwürdig. Während einige behaupten, das Gericht sei nichts als eine literarische Erfindung und verdanke seine Existenz einzig Jules Vernes Abenteuerklassiker Der Kurier der Zaren (1876), meinen andere, der Betrag der Tataren gründe sich allein auf ihre Handhabung von rohem Fleisch: Um zähes Fleisch annährend genießbar zu machen, sollen sie es unter ihren Sätteln mürbe geritten und anschließend verzehrt haben.

Essen & Alter*
Im Li-Chi (500 - 100 v. Chr.), den Etikettenvorschriften aus dem alten China, findet man eine Anweisung, ab welchem Alter man welche Speisen essen darf:
Mit 50 darf man außergewöhnliche Kornspeisen essen.
Mit 60 darf man auch vor der Nachtruhe noch Fleisch essen.
Mit 70 darf man doppelte Rationen zu sich nehmen.
Mit 80 darf man andauernd Köstlichkeiten verzehren.
Mit 90 darf man auch im Schlafgemach speisen.

Schimmliges Brot & Keuchhusten*
Schimmliges Brot galt im 19. Jahrhundert in einigen Gegenden Englands als probates Mittel gegen Keuchhusten. Dazu wickelte man ein Stück Brot in ein Tuch, vergrub es einige Tage im Garten und gab es dann dem Kranken zu essen. Der Keuchhusten soll auf diese Weise tatsächlich erfolgreich bekämpft worden sein - vorausgesetzt, der Patient starb nicht zuvor an einer akuten Lebensmittelvergiftung. Einge Forscher vermuten, es habe sich dabei womöglich um eine Vorform des Penizillins gehandelt.


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* Diese und viele weitere interessante und kuriose Informationen finden Sie in dem Buch "Schotts Sammelsurium Essen & Trinken" von Ben Schott. Die deutsche Version  ist erschienen im Berlin Verlag GmbH (ISBN 3-8270-0607-4).

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